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Photo: CC Richard Bartz

Der Lebensraum unserer heimischen Wildtiere

Auerhuhn (Tetrao urogallus)
Das größte heimische Rauhfußhuhn bewohnt lockere Nadel- und Mischwälder bis auf über 1.700 m. Der Name Rauhfußhuhn stammt von den stiftförmigen Horngebilden (Balzstifte) an den Füßen, die sich nur im Winter ausbilden und bei der Fortbewegung das tiefe Einsinken in den Schnee verhindern. Die Hauptbalzzeit erstreckt sich von Mitte März bis Anfang Juni. In den Wintermonaten dienen Nadeln und Knospen als Nahrung.

Birkhuhn (Tetrao tetrix)
Das Birkhuhn bewohnt zumeist lückige bis lichte Nadelwälder mit offenen Landschaftsräumen und Zwergsträuchern an der Waldgrenze. Die kalten Wintertage verbringen Birkhühner zumeist in selbstgegrabenen Schneehöhlen, insbesondere in steileren Tiefschneehängen. Die Balzzeit findet in den frühen Morgenstunden auf exponierten Rücken oder Geländekuppen von April bis Ende Mai statt, die in dieser Zeit als Aufstiegs- und Abfahrtsroute gemieden werden sollen.

Photo: Per Harald Olsen

Alpenschneehuhn (Lagopus mutus)
Das in den Wintermonaten perfekt getarnte Alpenschneehuhn, besiedelt vor allem felsdurchsetzte Kare, Hänge, Rücken und Grate mit Zwergsträuchern. Die Nacht verbringt das Schneehuhn in einer selbstgegrabenen Schneehöhle, die in den Morgen- und Abendstunden für eine kurze Nahrungsaufnahme verlassen wird. Die Balzzeit beginnt Mitte März und endet Anfang Mai. Rauhfußhühner können keine Fettreserven speichern. Dadurch wird bei der Flucht viel Energie verbraucht.

Steinwild (Capra ibex)
Der Steinbock gehört mit seinen bis zu 6 kg schweren Hörnern zu den imposantesten Wildtieren in den Alpen. Seine tiefgespaltenen Hufe mit den gummiartigen Zehenballen und scharfen Schalenrändern verleihen den Tieren eine außerordentliche Kletterfähigkeit. Mit Vorliebe besiedelt das Steinwild südexponierte mit Fels durchsetzte Rasenhänge zwischen 2.000 m und 3.500 m. Die Brunftzeit mit heftigen Kämpfen verläuft von Dezember bis Jänner. Von Mai bis Juli setzt die Geiß zumeist ein Kitz.

Photo: Paul Hermans

Gamswild (Rupicapra rupicapra)
Bevorzugter Lebensraum des Gamswildes sind felsdurchsetzte Hänge mit Grasheiden oberhalb der Waldgrenze. In den Wintermonaten halten sich Tiere zumeist auf der schneearmen Sonnseite auf oder steigen bei häufigen Störungen auch in die Waldgebiete ab, wo sie Verbissschäden an den Jungwäldern verursachen. Die Geißen bilden mit ihren Kitzen größere Rudel, wobei ältere Böcke Einzelgänger sind. Während der Brunftzeit (Ende Oktober bis Mitte Dezember), liefern sich die Böcke heftige Revierkämpfe. Wird das Gamswild gestört, reagiert es häufig mit panikartiger Flucht. Dabei erhöht sich der Energieverbrauch um das Sechsfache. Dadurch reduzieren sich die Fettreserven, was zu einer Schwächung der Tiere führen kann.

Photo: Heinz Seehagel

Rotwild (Cervus elaphus)
Das zumeist dämmerungs- und nachtaktive Rotwild bewohnt die Bergwälder bis hinauf zur Waldgrenze; in den Sommermonaten auch darüber. Früher wanderten die Tiere in den Wintermonaten in die Täler und Aulandschaften. Durch die Zersiedelung, Zerschneidung der Landschaft mit Straßen und die weitgehende Zerstörung der Auwälder, wird das Rotwild heute als Standwild in den Berggebieten über den Winter gefüttert. Häufige Störungen führen verstärkt zu Verbiss- und Schälschaden.

Rehwild (Capreolus capreolus)
Es gehört im Alpenraum zu den kleinsten Hirscharten und bewohnt vorwiegend die Waldbgebiete mit einer ausgesprochen guten Deckung. Bei häufiger Beunruhigung zieht sich das Rehwild in seine Einstandsgebiete zurück, wo es durch starken Verbiss große Schäden an den Jungbäumen anrichten kann. Die Brunftzeit der Rehe beginnt im Juli und endet im August. Im Gegensatz zu anderen Hirscharten, kommt es bei Rehen zu einer so genannten Eiruhe. D.h., dass sich das befruchtete Ei erst ab Dezember entwickelt. Diese späte Entwicklung führt dadurch erst im Mai zur Geburt der Kitze.